# ADR-0006 — Eine Laufzeitschicht für alle Nutzlasten; GAIA Lite wird ein Profil darauf **Stand:** Angenommen, 21.08.2026 · **Entscheidet:** CIO Thomas Reitz **Setzt voraus:** [`ADR-0005`](ADR-0005-geraeteschicht-aller-verkaufsvarianten.md) (Geräteschicht aller Verkaufsvarianten) **Berührt:** `appliance/ADR-0014` — dort läuft alles oberhalb der Laufzeitschicht als Pod --- ## Worum es geht `ADR-0005` hat GAIA Lite von einem Auslieferungsweg zu einer **Nutzlast** auf XinionOS gemacht. Sie bringt dabei einen Plattform-Vertrag mit: k3s, containerd, Storage, Secrets, Ingress, dazu PostgreSQL, einen Identitätsanbieter und Beobachtungswerkzeuge für die Anwendungen von OLYMPUS. Wenige Tage später hat die Appliance dieselbe Entscheidung für sich getroffen: Auch dort läuft alles oberhalb der Laufzeitschicht als Pod auf k3s (`appliance/ADR-0014`). **Damit stünden auf einem Gerät zwei k3s** — eines aus GAIA Lite, eines aus der Appliance. Das ist kein Entwurf, sondern ein Versehen, das aus zwei getrennt getroffenen Entscheidungen entstanden ist. Genau derselbe Fall wie in `ADR-0005`, nur eine Schicht höher: **zwei Vorhaben haben sich unabhängig voneinander dieselbe Schicht gebaut.** ## Die Entscheidung **Es gibt genau eine Laufzeitschicht je Gerät. Sie heißt `XinionCORE` und ist Ebene 2.** Sie enthält die Grundausstattung, die jede Nutzlast braucht: **k3s, containerd, Storage, Secrets, Ingress, GPU-Zuteilung.** Mehr nicht. **Der Plattform-Vertrag von GAIA Lite wird zu einem Profil darauf.** Wer OLYMPUS aufsetzt, schaltet zusätzlich PostgreSQL, den Identitätsanbieter und die Beobachtungswerkzeuge hinzu. **XinionONE braucht diese Obermenge nicht und lässt sie weg** — dieselbe Laufzeit, zwei Profile. Der Name ist nicht neu erfunden: GAIA Lite nennt seine k3s-Knotenrollen seit jeher `CORE` und `WRK`. **`XinionCORE` verallgemeinert eine vorhandene Verwendung, statt eine zweite danebenzustellen.** ## Warum **Zwei Laufzeitschichten auf einem Blech sind zweimal derselbe Betrieb.** Zwei Fassungsstände, zwei Bauwege, zwei Sicherheitsaktualisierungen — und beim Cyber Resilience Act zwei Versorgungszusagen für dieselbe Sache. Das ist die Begründung aus `ADR-0001`, angewandt auf einen dritten Fall. **Und der Selbstprüflauf müsste beide prüfen.** Der Rücksprung entscheidet sich an der Frage, ob die Nutzlast hochgekommen ist. Bei zwei Laufzeitschichten wäre die Antwort *teilweise* — und *teilweise* ist bei einer A/B-Entscheidung keine Antwort. **Die Trennung in Grundausstattung und Profil ist kein Kompromiss, sondern die Einlösung dessen, was OLYMPUS selbst festgeschrieben hat:** Layer 2 wird über den Plattform-Vertrag konsumiert, und welcher Träger ihn erfüllt, ist genau die Austauschbarkeit, die dort gefordert wird. ## Was daraus folgt * **Was in der Wurzel liegt und was im Bestand, gilt für beide Profile gleich** — Container-Abbilder in die Wurzel, Cluster-Zustand und persistente Datenträger in den Bestand. Sonst nimmt der Rücksprung die Software nicht mit. * **Der Selbstprüflauf prüft eine Laufzeitschicht**, und ein k3s, das nicht hochkommt, ist ein misslungener Start — unabhängig davon, welches Profil darauf läuft. * **Die Grundausstattung ist die kleinste gemeinsame Menge.** Was nur ein Profil braucht, gehört ins Profil. Bei jedem Zuwachs der Grundausstattung ist zu begründen, warum *jede* Nutzlast ihn braucht. ## Was ausdrücklich nicht entschieden ist * **Wann der Umbau geschieht.** OLYMPUS ist Konzept, die Appliance ist Konzept — hier kollidieren zwei Pläne und kein Bestand. Das ist der günstigste Zeitpunkt, den es dafür je geben wird. * **Ob GAIA Full ebenfalls so gebaut wird.** Diese Entscheidung betrifft nur, was beim Kunden als Gerät steht. * **Zwei Registries und zwei Lizenzmechaniken bleiben bestehen** — die von XinionONE für seine Module, die von OLYMPUS für seine Anwendungen. **Sie werden nicht zusammengelegt**, solange nicht jemand nachweist, dass sie dasselbe tun. --- *Grundlage: `ADR-0001`, `ADR-0005` · `appliance/ADR-0014` · Projekt OLYMPUS, Startseite vom 23.06.2026 · Nichts davon ist gebaut.*