# ADR-0005 — XinionOS ist die Geräteschicht aller Verkaufsvarianten; GAIA Lite wird Nutzlast **Stand:** Angenommen, 21.08.2026 · **Entscheidet:** CIO Thomas Reitz **Berührt:** `Projekt OLYMPUS` — dessen Schichtenmodell führt GAIA Lite als Layer 2 der Verkaufsvariante. Diese Rolle geht auf XinionOS über. --- ## Worum es geht Zwei Vorhaben im Haus liefern ein Gerät an einen Kunden aus, und beide haben sich unabhängig voneinander dieselbe Schicht gebaut. **OLYMPUS** beschreibt seine Verkaufsvariante als ISO auf Kundenhardware: GAIA Lite als Unterbau, k3s mit CORE- und WRK-Rollen, Bootstrapping über eine Deployment-Weboberfläche, Single-Tenant. **XinionOS** beschreibt genau dasselbe: ein Abbild, das installiert wird, sich selbst prüft, sich aktualisieren lässt und im Fehlerfall zurückspringt — mit Konsolenmenü, Einrichtungsassistent und Basisoberfläche. Nebeneinander gelesen ist das **zweimal dasselbe Gerüst**: ISO-Auslieferung, Installation, Ersteinrichtung über eine Weboberfläche, Aktualisierung, Geräteverwaltung. Der Unterschied liegt nicht in der Aufgabe, sondern darin, dass zwei Vorhaben sie zu verschiedenen Zeitpunkten für sich gelöst haben. ## Die Entscheidung **XinionOS ist die Geräteschicht jedes Xinion-Erzeugnisses, das beim Kunden als Gerät steht. GAIA Lite hört auf, ein Auslieferungsweg zu sein, und wird zu einer Nutzlast auf XinionOS.** Damit ersetzt XinionOS **nicht OLYMPUS**, sondern genau den Teil, den OLYMPUS nach unten weggeschnitten hatte, ohne dass es dafür einen Träger gab. | Aufgabe | Bisher | Künftig | |---|---|---| | ISO bauen und ausliefern | GAIA Lite | **XinionOS** | | Installation am Blech | GAIA Lite | **XinionOS** (Stufe 0) | | Ersteinrichtung über Weboberfläche | Deployment-WebUI | **XinionOS** (Stufe 2) | | Notfallzugang ohne Netz | fehlte | **XinionOS** (Konsolenmenü, Stufe 1) | | Fassungswechsel und Rücksprung | offen | **XinionOS** (A/B-Wurzel, Selbstprüflauf) | | Verschlüsselung, sichere Löschung | offen | **XinionOS** (`ADR-0003`) | | k3s, PostgreSQL, Storage, Secrets, Ingress, IdP — der **Plattform-Vertrag** | GAIA Lite | **GAIA Lite, als Nutzlast** | | Shell, Auth, Mandantenfähigkeit, Registry, Gateway, Shared Services, Lizenzierung | OLYMPUS | **OLYMPUS, unverändert** | | Die Anwendungen | INSIGHT, COSMOS, ORION-WebUI | **unverändert** | **OLYMPUS und die Anwendungen merken davon nichts.** Sie konsumieren Layer 2 weiterhin ausschließlich über den Plattform-Vertrag; welcher Träger ihn erfüllt, ist genau die Austauschbarkeit, die OLYMPUS selbst festgeschrieben hat. ## Warum **Der Cyber Resilience Act rechnet in Erzeugnissen, nicht in Vorhaben.** Zwei Basissysteme sind zwei Stücklisten, zwei Schwachstellenprozesse und zwei Versorgungszusagen über die Produktlebensdauer — für dieselbe Sache. Das ist die Begründung aus `ADR-0001`, jetzt angewandt auf einen konkreten zweiten Fall. **Der Rücksprung wird nur einmal richtig gebaut.** Er wird ausschließlich in dem Moment geprüft, in dem ihn jemand braucht. Eine zweite handgebaute Umsetzung wäre eine zweite ungeprüfte — und die fällt erst beim Kunden auf. **Das Konsolenmenü fehlte auf der anderen Seite ganz.** Eine Deployment-Weboberfläche setzt ein funktionierendes Netz und einen funktionierenden Webdienst voraus. Was passiert, wenn das Netz falsch konfiguriert ist, war nicht beantwortet. Die Notfalloberfläche muss den Ausfall dessen überleben, was sie verwaltet. **Und es ist keine neue Konstruktion, sondern das Einlösen einer vorhandenen.** Der Nutzlast-Vertrag ist genau dafür geschnitten; die XinionOS-Seite führt die OLYMPUS-Appliance seit dem 20.08.2026 als eine von vier Nutzlasten. Diese Entscheidung macht aus einer Absicht eine Festlegung. ## Was daraus folgt * **GAIA Lite erfüllt den Nutzlast-Vertrag** — `selbstpruefung`, `nutzlast.target`, `kennung`, optional `einrichten`. Der Selbstprüflauf von GAIA Lite entscheidet über den Rücksprung mit: Ein k3s, das nicht hochkommt, ist ein misslungener Start und kein grünes Gerät. * **Ein ISO-Bauweg**, ein Abnahmetest, ein Ersatzteil im Regal. * **Die Deployment-WebUI von GAIA Lite entfällt** als eigener Baustein. Was von ihr fachlich gebraucht wird, gehört in den Einrichtungsassistenten von XinionOS. * **Zwei Registries und zwei Lizenzmechaniken bleiben bestehen** — die von XinionONE für seine Module, die von OLYMPUS für seine Anwendungen. Sie sehen sich ähnlich und liegen trotzdem in verschiedenen Nutzlasten. **Sie werden nicht zusammengelegt**, solange nicht jemand nachweist, dass sie dasselbe tun. ## Was ausdrücklich nicht entschieden ist * **Ob GAIA Full ebenfalls auf XinionOS läuft.** Diese Entscheidung betrifft nur, was beim Kunden als Gerät steht. Im eigenen Rechenzentrum bleibt alles, wie es ist. * **Wann der Umbau geschieht.** OLYMPUS ist Konzept, XinionOS ist Konzept — hier kollidieren zwei Pläne, kein Bestand. Das ist der günstigste Zeitpunkt, den es dafür je geben wird. * **Der Name.** *CORE* bezeichnet bei OLYMPUS eine k3s-Rolle, bei XinionONE die Bezugsquelle, im Namensschema zusätzlich das Grundmodul. Drei Dinge, ein Wort — zu entscheiden, aber nicht hier. --- *Grundlage: Projekt OLYMPUS, Startseite vom 23.06.2026 (Schichtenmodell, Plattform-Vertrag, die zwei Ausprägungen) · XinionOS `ADR-0001` bis `ADR-0004` · `nutzlast/VERTRAG.md` · Nichts davon ist gebaut — diese Entscheidung ordnet Pläne, sie beschreibt keinen Zustand.*