# ADR-0001 — Das Betriebssystem wird ein eigenes Erzeugnis **Stand:** Angenommen, 20.08.2026 · **Entscheidet:** CIO Thomas Reitz --- ## Worum es geht Die Geräteschicht — Abbild, zwei Wurzeln, Selbstprüflauf, Rücksprung — war Teil der ersten Appliance, für die sie gebraucht wurde. Inzwischen ist absehbar, dass mehrere Erzeugnisse des Hauses auf Blech beim Kunden stehen sollen: eine Fach-Appliance, eine Proxy-Appliance, die Verkaufsvariante der Anwendungsplattform. Diese Entscheidung trennt die Geräteschicht heraus. ## Die Entscheidung **XinionOS ist ein eigenes Erzeugnis mit eigener Ablage, eigenem Takt und eigenem Nachweis.** Es kennt kein Produkt; jede Fachlichkeit kommt über den Nutzlast-Vertrag. ## Warum, in der Reihenfolge des Gewichts **Der Cyber Resilience Act.** Für mehrere Erzeugnisse des Hauses liegen bereits CRA-Konformitätsdossiers. Die Verordnung verpflichtet den Hersteller, Schwachstellen zu behandeln und Sicherheitsaktualisierungen zu liefern — **für das gesamte Produkt einschließlich der Betriebssystemschicht.** Vier gewachsene Basissysteme sind vier Stücklisten, vier Schwachstellenprozesse, vier Aktualisierungswege. Eine gemeinsame Basis ist **ein Dossier, auf das jedes Produkt verweist.** **Der Rücksprung wird nur einmal richtig gebaut.** Er wird ausschließlich dann geprüft, wenn ihn jemand braucht — eine zweite handgebaute Umsetzung wäre eine zweite ungeprüfte. **Und er lässt sich besetzen.** Eine abgegrenzte Aufgabe „Betriebssystem für Appliances" ist eine Stelle, die man ausschreiben kann. „Jemand, der alles kann" ist keine. Das zahlt unmittelbar auf das größte benannte Risiko des Hauses ein: die Abhängigkeit von einer einzelnen Person. ## Was dagegen sprach **Verfrühte Verallgemeinerung.** Eine Plattform aus einem einzigen Fall abzuleiten geht meistens schief; die richtige Abstraktion zeigt sich am zweiten. Der Einwand trägt hier nicht mehr — die Verkaufsvariante der Anwendungsplattform ist gebaut und läuft. **Die Verträglichkeitsmatrix.** Zwei getrennt versionierte Erzeugnisse müssen zueinander passen. Dieser Einwand ist ernst und wird durch den Nutzlast-Vertrag entkräftet, nicht weggeredet: **Die Nutzlast liegt in der Wurzel und wird mit ihr getauscht** — eine Fassung, ein Rückweg, keine Matrix. ## Was daraus folgt Die Geräteschicht verlässt die Ablage der ersten Appliance. Dort bleibt ein Verweis und die Feststellung, dass die Appliance künftig eine **Nutzlast** ist. Der Name ist vorläufig. Sobald er auf einem Datenblatt oder in einem CRA-Dossier steht, ist er marktgerichtet und braucht eine Markenrecherche — und ein Betriebssystem, das den Hausnamen trägt, steht auf jedem Kundengerät. Eine spätere Umbenennung wäre entsprechend teuer.